Zimmergalerien haben in Berlin eine lange Tradition. Oft stehen sie am Anfang einer Galeristenkarriere, werden aus purem Interesse an der Kunst gegründet oder dienen der Pflege gesellschaftlicher Kontakte. Solch einen sehr privaten Weg der Kunstvermittlung geht auch der ehemalige Kurator der Sammlung Columbus in Ravensburg und Kunsthändler Florian Schmid.
Seit Anfang 2007 lädt er zweimal jährlich Künstler ein, seine Wohnung in der dritten Etage eines Hauses in der Potsdamer Straße zu Ausstellungsräumen umzufunktionieren. Nach Klaus-Martin Treder, Sven Drühl und Ulrike Flaig zeigt nun der 43-jährige Wahlkölner Frank Ahlgrimm neue Bilder. Es sind großformatige Leinwände auf denen Stile, Images, Formen und Textfragmente ungeniert miteinander fusioniert werden wie in einem Musiksample.
Abstraktionen, konstruktiv-geometrisch ebenso wie schnodderig-wild, kombiniert Ahlgrimm mit Versatzstücken aus einem gegenständlich figurativen Fundus. Es sind lustvolle Bildwerke, l’art pour l’art der schönsten Art, die ein bisschen den malerischen Geist der 90er Jahre und die Leichtigkeit einer unbeschwerten Zeit in die Gegenwart bringen. Dass Ahlgrimm dabei nicht in seichte Dekoration abgeglitten ist, zeichnet ihn aus. Ist er aber nun ein Künstler, der in seiner Auffassung von Kunst der Zeit weit vorausgeeilt ist, wie der Autor Martin Schick in einem aktuellen Essay meint? Sicherlich nicht. Aber er ist ein Künstler, der ein Publikum verdient.
Interessierte sollten daher keine Angst vor einem Privatbesuch bei Florian Schmid haben. Er heisst jeden willkommen, der sich vorher anmeldet. Auch wenn Schmid in den Ausstellungsräumen wohnt.
Bis 19.12.: Frank Ahlgrimm: „Cinema Paradiso“. Potsdamer Str. 102, Schöneberg, nur nach Vereinbarung: Tel: 44 35 66 57, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können , www.fs-art.de
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