Der Winterfeldtplatz ist ein Wochenmarktplatz im Norden des Berliner Stadtteils Schöneberg. Der in Nordsüdrichtung angeordnete, langrechteckige Platz mit einer Abmessung von rund 280 × 80 Metern ist über die Maaßenstraße mit dem nur 200 Meter weiter nördlich angrenzenden Nollendorfplatz samt U-Bahnhof der Linien U1, U2, U3 und U4 verbunden.
Der Platz C des Berliner Bebauungsplanes (Hobrecht-Plan) wurde 1862 in seinen städtebaulichen Konturen geplant, 1890 angelegt und bis zur Jahrhundertwende mit gründerzeitlichen Wohnhäusern und einer katholischen Kirche bebaut. Benannt wurde er 1893 nach dem preußischen General Hans Karl von Winterfeldt. Die östliche Seite gehörte damals zu Berlin, die westliche bis zur Bildung von Groß-Berlin im Jahr 1920 zu Schöneberg.
In den späten 1970er und 1980er Jahren befanden sich mehrere besetzte Häuser in direkter Nähe des Platzes. Eines davon war das Haus Winterfeldtstraße 25, wo sich noch heute ehemalige Besetzer gegen Vertreibung durch die Hauseigentümerin zur Wehr setzen.
Zeitweise betrug der Anteil der Wähler der Grün-Alternativen-Liste mehr als 50 %. Nach Sanierungsmaßnahmen in den späten 1980er und 1990er Jahren hat sich der Platz mit der benachbarten Umgebung wieder als ein beliebtes Wohngebiet etabliert.
Die Literaturnobelpreis-Trägerin Nelly Sachs wurde 1891 im Haus Maaßenstraße 12 (Gedenktafel) und der Dirigent Wilhelm Furtwängler im Jahr 1886 im Haus Maaßenstraße 1 geboren (Gedenktafel).
Auf dem bereits früher als Wochenmarkt genutzten Platz findet seit 1990 wieder jeden Mittwoch von 8 Uhr bis 13 Uhr und jeden Samstag bis 15 Uhr der größte Gemüse- und Wochenmarkt Berlins statt. An Samstagen hat sich der Markt mit seinen rund 250 Ständen zu einem überaus beliebten Magnet für Besucher von nah und fern entwickelt. An den anderen Tagen skaten und spielen dort fußberollte Ballhockey.
Rund um den Platz floriert seit Jahrzehnten ein umfangreiches Angebot verschiedener Buch-Antiquariate.
Querstraßen wie die Winterfeldtstraße, Maaßenstraße, Pallasstraße und Goltzstraße bieten traditionsreiche Kneipenszenen und multikulturelle Restauration. Café Berio, Slumberland und das Habibi gehören seit vielen Jahren zu den (West-)Berliner Institutionen. Seit einigen Jahren wächst das gastronomische Angebot beständig. Neben dem Hackeschen Markt, der Bergmannstraße, der Oderberger Straße, der Oranienburger Straße, der Oranienstraße, dem Kollwitzplatz und der Simon-Dach-Straße ist der Winterfeldtplatz ein Zentrum der Berliner Kneipen- und Cafe-Szene. Der angrenzende Nollendorfplatz ist das westliche Zentrum der Lesben- und Schwulenszene Berlins.
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